Warum Selbstannahme im Januar heilsamer ist als neue Vorsätze
Der Januar ist laut.
Überall öffnen sich Türen zur Selbstoptimierung:
Abnehmen. Disziplin. Neue Routinen.
Ein neues Ich.
Ich nehme mich davon nicht aus.
Auch ich spüre diesen Druck.
Dieses unterschwellige Gefühl, dass ich noch nicht ganz richtig bin.
Und dann kam dieser Gedanke, leise, aber klar:
Vielleicht muss ich nicht erst anders werden, um geliebt zu werden.
Was, wenn Liebe kein Ziel ist,
das man sich verdienen muss?
Was, wenn sie kein Lohn ist
für Disziplin, Verzicht oder Selbstkontrolle?
Der Film Wunderschön zeigt eine Szene, die mich tief berührt hat:
Eine Frau, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht,
wird geliebt – nicht trotzdem, sondern genau so.
Und plötzlich steht eine Frage im Raum,
die unbequemer ist als jede Diät:
Was, wenn du jetzt schon liebenswert bist?
Nicht später.
Nicht nach fünf Kilo weniger.
Nicht nach mehr Selbstdisziplin.
Nicht nach einem neuen Körper oder einem neuen Leben.
Was, wenn du so, wie du heute atmest, lachst, zweifelst
und durchs Leben gehst, schon genügst?
Vielleicht geht es im Januar nicht darum,
ein neues Ich zu erschaffen.
Vielleicht geht es darum,
dem alten Ich endlich zu glauben.
Und vielleicht – nur vielleicht –
dürfen wir dieses Jahr damit beginnen,
nicht härter mit uns zu werden,
sondern freundlicher.
Du musst nichts an dir reparieren,
um würdig für Liebe zu sein.

Um dies zu festigen, kannst du gern die nachfolgende Übung ausprobieren:
🌿 Übung: „Danke, Körper“
(Selbstannahme durch Anerkennung statt Bewertung)
Diese Übung lädt dich ein,
aufzuhören, deinen Körper zu beurteilen
und zu beginnen, ihn zu würdigen.
🕯️ Vorbereitung
- Setz dich oder leg dich bequem hin
- Eine Hand auf den Bauch, eine auf die Brust
- Dauer: 2–4 Minuten
✨ Schritt 1: Ankommen
Atme ruhig ein und aus.
Sag innerlich:
„Ich bin hier. Mein Körper ist hier.“
✨ Schritt 2: Funktion statt Form
Denke nicht an Aussehen.
Denke an Leistung im Sinne von Leben.
Gehe innerlich durch 3–5 Dinge, zum Beispiel:
- Danke, dass du atmest – ohne dass ich daran denken muss.
- Danke, dass du mich heute getragen hast.
- Danke, dass du mir erlaubt hast zu fühlen.
- Danke, dass du mich durch schwere Tage gebracht hast.
Lass dir Zeit.
Du kannst flüstern oder nur denken.
✨ Schritt 3: Der verbindende Satz
Sprich langsam:
„Du tust so viel für mich.
Ich sehe dich.“
Bleib einen Moment dabei.
✨ Schritt 4: Abschluss
Lege beide Hände auf den Körper und sag:
„Ich bin richtig, so wie ich bin.“
Atme aus.
Dein Körper ist kein Baustellenplan.
Er ist ein lebendiger Verbündeter.






