
Mit der Einschulung beginnt für Kinder ein ganz neuer Abschnitt. Plötzlich gibt es Wege, die sie irgendwann selbstständig bewältigen sollen und so zu einem sichereren Schulweg beitragen.
Doch Sicherheit bedeutet nicht, Kindern Angst vor dem sicheren Schulweg zu machen. Viel hilfreicher ist es, ihnen nach und nach zu zeigen:
Ich kenne meinen Weg. Ich weiß, was ich tun kann. Und ich weiß, wo ich Hilfe bekomme – sicherer Schulweg.
1. Den Schulweg gemeinsam üben
Der Schulweg sollte nicht erst am ersten Schultag ausprobiert werden. Lauft ihn vorher mehrmals gemeinsam ab – möglichst auch zu den Zeiten, zu denen dein Kind später tatsächlich unterwegs sein wird.
Zeige deinem Kind nicht einfach nur den Weg. Lass es irgendwann selbst führen:
„Zeigst du mir heute, wie wir zur Schule kommen?“
So merkst du schnell, welche Stellen dein Kind bereits sicher einschätzen kann und wo es noch Unterstützung braucht.
Wichtig: Der kürzeste Weg muss nicht der beste sein. Ein etwas längerer Weg mit sicheren Übergängen kann die bessere Wahl sein.
2. Schwierige Stellen gemeinsam entdecken
Kreuzungen, Einfahrten, parkende Autos, Baustellen oder stark befahrene Straßen können für Kinder unübersichtlich sein.
Geht solche Stellen gemeinsam durch und fragt:
Wo müssen wir besonders aufmerksam sein?
Noch besser ist es, wenn dein Kind die Antwort irgendwann selbst geben kann.
So wird aus einer Regel, die Mama oder Papa immer wieder sagt, nach und nach eigenes Wissen.
3. Dein Kind darf Nein sagen
Selbstbewusstsein gehört ebenfalls zu einem sicheren Schulweg.
Kinder dürfen wissen:
Ich darf Nein sagen, wenn sich etwas für mich nicht richtig anfühlt.
Ein Erwachsener bittet dein Kind, irgendwo mitzukommen? Jemand möchte, dass es in ein Auto steigt? Eine Situation fühlt sich merkwürdig oder bedrohlich an?
Dann darf dein Kind sich entfernen, laut werden und Hilfe holen.
Dabei geht es nicht darum, Kindern Angst vor fremden Menschen zu machen. Viel wichtiger ist die Botschaft:
Dein Gefühl ist wichtig. Du darfst darauf reagieren.
4. Gemeinsam sichere Anlaufstellen finden
Geht den Schulweg einmal mit einer besonderen Aufgabe entlang:
Wo könnte ich Hilfe bekommen?
Das können zum Beispiel eine Bäckerei, ein Geschäft, ein Kiosk oder eine Apotheke sein.
Ein Kind, das vorher schon weiß, wohin es gehen könnte, muss in einer ungewohnten Situation nicht erst überlegen.
Ihr könnt daraus sogar ein kleines Spiel machen:
„Entdeckst du drei Orte auf unserem Schulweg, an denen du jemanden um Hilfe bitten könntest?“
5. Im Notfall darf dein Kind laut werden
Viele Kinder lernen früh, höflich zu sein und nicht zu schreien.
Für einen echten Notfall darf deshalb ausdrücklich eine andere Regel gelten:
Du darfst weglaufen. Du darfst laut Nein!“ oder Hilfe!“ rufen. Und du darfst andere Menschen auf dich aufmerksam machen.
Das kann man zu Hause in einer ruhigen Atmosphäre besprechen und ausprobieren – ohne daraus eine beängstigende Situation zu machen.
Sicherheit wächst mit Selbstständigkeit
Wir können unseren Kindern nicht jede schwierige Situation abnehmen.
Aber wir können ihnen etwas mitgeben, das sie immer dabeihaben:
Wissen, Übung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Der Schulweg ist dafür ein wunderbares Trainingsfeld. Am Anfang gehen wir gemeinsam. Dann übernimmt das Kind immer ein bisschen mehr.
Bis irgendwann aus
Mama, kommst du mit?“
ein selbstbewusstes
„Ich weiß, wie es geht.“
wird.
Weiterführende Informationen
Die Polizei Berlin bietet Informationen zum sicheren Schulweg und zum richtigen Verhalten, wenn Kinder von fremden Personen angesprochen oder bedrängt werden.
Auch die ADAC Stiftung stellt Eltern Checklisten und Informationen zur Schulwegsicherheit zur Verfügung.
Hinweis: Die genannten externen Informationsangebote dienen der weiterführenden Information. Es besteht keine Kooperation mit den genannten Organisationen.
Transparenzhinweis
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell bearbeitet.






