
Es gibt Abende, an denen Kinder müde sind
und trotzdem nicht einschlafen können.
Gestern war so ein Abend.
Meine Tochter sagte leise: „Ich kann nicht einschlafen.“
Also habe ich etwas gemacht, das wir ganz ohne Vorbereitung nutzen konnten.
Eine einfache Übung, die den Fokus Schritt für Schritt aus dem Gedankenkarussell holt
und dem Körper helfen kann, zur Ruhe zu kommen.
Und während wir sie gemeinsam gemacht haben, wurde sie ruhiger.
Ihr Atem langsamer.
Und plötzlich war sie eingeschlafen 🤍
Warum Kinder abends oft nicht „abschalten“ können
Viele Kinder wollen abends zur Ruhe kommen –
aber ihr Inneres ist noch im Tagesmodus.
Tagsüber verarbeiten Kinder:
- viele Sinneseindrücke
- soziale Situationen
- neue Regeln, Gefühle und Erwartungen
Anders als Erwachsene können sie diese Eindrücke nicht bewusst sortieren.
Wenn es abends still wird, kommen sie oft geballt zurück.
Wenn es leise wird, wird das Innere laut.
Das ist kein Fehlverhalten.
Es ist ein Zeichen von Sensibilität und Verarbeitung.
Was im Körper dabei passiert (einfach erklärt)
Der kindliche Körper ist tagsüber auf Bewegung und Aufmerksamkeit eingestellt.
Abends braucht er klare, sanfte Signale, um in den Ruhemodus zu wechseln.
Manche Kinder:
- sind körperlich müde, aber innerlich wach
- liegen ruhig da, fühlen sich aber unruhig
- haben kreisende Gedanken oder ein „kribbeliges“ Gefühl
Das bedeutet nicht, dass etwas „nicht stimmt“.
Es bedeutet, dass der Körper noch Orientierung sucht.
Die Abendübung – Schritt für Schritt
Diese Übung kann helfen, die Aufmerksamkeit aus dem Kopf
zurück in den Körper und ins Hier und Jetzt zu holen.
Sprich langsam, ruhig und mit kleinen Pausen:
- Nenne 3 Dinge, die du sehen kannst.
(im Zimmer, im Dunkeln, ganz egal) - Nenne 2 Dinge, die du riechen kannst.
(oder Gerüche, die du magst und dir vorstellst) - Nenne 2 Dinge, die du hören kannst.
(auch ganz leise Geräusche zählen) - Und jetzt: Was war das Schönste heute?
Lass dein Kind in Ruhe denken, suchen und finden. Stell eine Frage nach der anderen. Danach nichts mehr erklären.
Einfach still sein. Dasein. Atmen.
Warum Sinnesübungen Kindern guttun können
Sinnesübungen wie diese:
- holen Kinder aus kreisenden Gedanken
- bringen Aufmerksamkeit in den Körper
- geben Struktur und Orientierung
- vermitteln Sicherheit durch Wiederholung
Sie sollen nichts „wegmachen“,
sondern Raum schaffen, damit der Körper von selbst runterfahren kann.
Warum die letzte Frage besonders wichtig ist
Die Frage
„Was war das Schönste heute?“
öffnet keinen Denkraum, sondern einen Gefühlsraum.
Sie kann:
- den Fokus auf etwas Positives lenken
- den Tag innerlich abrunden
- ein Gefühl von Geborgenheit entstehen lassen
Für viele Kinder ist das ein stilles Signal:
Der Tag ist gut zu Ende.
Was Eltern dabei oft unbewusst leisten
Wenn du dein Kind durch diese Übung begleitest, tust du mehr als anleiten:
- du bleibst ruhig
- du gibst Struktur
- deine Stimme wirkt regulierend
Dein Kind darf sich anlehnen.
Und manchmal reicht genau das.
Wann diese Übung besonders passen kann
- bei Einschlafschwierigkeiten
- nach aufregenden oder emotionalen Tagen
- bei sensiblen oder gedankenvollen Kindern
- als fester Bestandteil eines Abendrituals
- auch für Erwachsene, die schwer abschalten können
Ein sanfter Hinweis
Diese Übung ersetzt keine therapeutische Begleitung.
Sie kann helfen, Abende ruhiger zu gestalten
und das Einschlafen zu erleichtern,
ohne Druck, ohne Müssen.
Zum Abschluss
Nicht jeder Abend wird ruhig.
Nicht jede Übung wirkt gleich.
Aber manchmal reicht ein leiser Moment,
um den Tag weich ausklingen zu lassen.
Für ein stimmungsvolles Abendlicht eignen sich verschiedene sanfte Lichtquellen, zum Beispiel Salzlampen. Wer mag, kann sich hier eine Salzlampe anschauen, die gut in ein Abentritual passt.Zur Ruhe kommen darf ein Prozess sein.
Und Begleiten ist oft genug.
Wenn dir dieser Beitrag gutgetan hat, findest du auf meinem Pinterest-Profil noch mehr kleine Impulse für Achtsamkeit und Mama-Selfcare.






